header1
Drucken

Dienstag 1. Mai 2007

am .

Neben mir steht die Kaffeemaschine… ich sitze hier in der Küche der Station B-West im dritten Stock des Ostschweizer Kinderspital St. Gallen… und auf der Anzeige steht: SATZBEHÄLTER LEEREN!

Es ist 03.04 Uhr und ich verstehe nicht, wie mir das mit dieser etwas zickigen Kaffeemaschine aufgefallen ist? Immerhin habe ich seit Sonntag 29. April 2007 so etwa um 09.30 Uhr weniger als 2 Stunden am Stück schlafen können!

Was für ein Horrortrip war das jetzt… Unser kleiner Kämpfer konnte nicht mehr richtig urinieren und auch der Stuhlgang funktionierte wieder einmal mehr nicht! Also, seit ich nach Hause gefahren bin, so um 21.00 Uhr hat unser „Schätzli“ tatsächlich zwei Darmspülungen erhalten und man hat drei Mal vergeblich versucht einen Katheter zum Pinkeln rein zu schieben. Sorry, aber das ist brutal!!!

Um 00.10 Uhr hat mich dann mein Schatz endlich angerufen und mitgeteilt, dass es dem Kleinen, man verzeihe mir dieses Wort, scheisse ging! Eigentlich hätte ich nicht nachfragen müssen, aber ich tat es doch: Soll ich kommen? Habe selten ein so klares und schnelles Ja einer Frau bekommen wie das was nach meinem Nachfragen folgte! Also, ab ins Auto und 27 Minuten später war ich da… gerade richtig um Joel festhalten zu können, während ein herbeigerufener Chirurge und ein paar Helfer, den Urin-Kadheter rein zu schieben… Er war tapfer…, denke Mal, dass ich wesentlich lauter geschrien hätte und der Chirurge einen Kameraden gebraucht hätte, der ihn wieder hätte zusammen flicken können!

Wir alle erwarteten sehnlich eine Erlösung für unseren Joel, der nun wirklich genügend gelitten hatte… und die Nachtschwester (aus Bayern) hatte Erbarmen und schickte ihn in seinen mehr als nur verdienten Schlaf mittels Morphium!

Nun kommen mir fast die Tränen, denn irgendwie, wenn ich meine eigenen Worte lese, merke ich erst wie das ganze an der Substanz, Nerven und am Körper zerrt. Irgendwo muss das doch ein Ende haben. Wird er noch mehr geprüft? Ich wünsche diesem kleinen, aber gigantisch tapferen kleinen Jungen, den sooo viele unterschätzen, der viel mehr kann und es auch beweisen wird, nicht eine Sekunde mehr mit Schmerzen!

Danke allen die auch an diesen zwei Tagen wieder so extrem geholfen haben und es ist mir egal wenn ich mich wiederhole: Danke an Gotte Marlen, danke an Omi Ursi, danke an Pflegefachfrau Benz welche sich so eingesetzt hat für unseren Sonnenschein, auch PFF iA (Diplomierte Pflegefachfrau in Ausbildung) Schweizer und der Nachtdienst-Dame Frau Spitzweg. Ohne Sie würden wir das nicht durchstehen! DANKE!

Es ist nun 04.19 Uhr und ich leere nun diesen Satzbehälter…, der nervt… und unser Kleiner kann dank Morphium endlich etwas schlafen…