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Sonntag/Montag den 8. + 9. April 2007

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Corina hat im Spital geschlafen… oder sollte ich eher schreiben war anwesend? Ich war zu Hause und versuchte ebenfalls schlaf zu finden… doch um 03.00 Uhr hats geklingelt… ich hab mir fast in die Hose gemacht vor Angst und hab mich aufs Telefon geworfen um möglichst schnell abnehmen zu können. Da ertönte es: Papi??? Es war Joel, quick lebendig und hell wach. Ich hab mich mehr als nur gefreut über diesen Anruf. Es ist sooo schön seine Stimme zu hören.

Nun versuchte ich zu schlafen… was mir mit etwa 3 bis 4 Stunden dann auch knapp geschafft habe. Es geht eigentlich ziemlich gut, nur wenn ich nichts zu tun habe, dann geht es mit den wirren Gedanken los und die Tränen drängen nach aussen… Es tut so unbeschreiblich weh…

Damit ich also ein wenig auf andere Gedanken kommen konnte, habe ich mich in die Arbeit gestürzt. Es gibt extrem viel zu tun… Termine zuhauf absagen oder zu verschieben, Freunde zu informieren und vieles mehr…

Es gibt aber bei allem auch etwas ganz spezielles zu vermerken. Die Situation, alle anrufen zu müssen und Ihnen zu erklären dass es Joel ziemlich schlecht geht, ist viel schwerer als ich angenommen habe. Ich merkte dabei ganz brutal, wie mir der kleine „Stingger“ so sehr ans Herz gewachsen ist. Ich möchte keinen Tag mehr ohne ihn sein…! Das Spezielle daran waren die vielen positiven Reaktionen von Freunden, Bekannten und auch Geschäftspartner! Überall Hilfsangebote und Genesungswünsche. Da kann es doch dem Kleinen nur gelingen, diese brutale Krankheit zu besiegen!

Ich möchte mich im Namen von Joel, Corina und mir bedanken für die vielen SMS, Email und Telefonanrufe die wir erhalten haben. Es tut gut zu wissen, dass man Freunde hat und diese einem so super unterstützen. DANKE!

Joel selbst möchte natürlich auch nach Hause… spielen gehen und Musik machen… nur leider darf er nicht raus. Trotzdem ist es schon erstaunlich, wie er nach nur einem Tag sich schon so gut mit seiner Situation abgefunden hat. Den Ständer mit den Infusionen ist jetzt sein Hündchen. Wir brauchen nur noch einen Namen… Fifi? Bobby? Bello? Grins, er schleppt ihn mit sich und schert sich kaum drum. Der Schlauch der an seinem Hals befestigt wurde stört, ganz klar, aber er findet sich damit ab. Er ist sowieso hart im Nehmen und ein super Kind. Das einzige Problem ist, dass er verwöhnt wird und alles was er so gelernt hat in Sachen Anstand wieder auf die Seite legt. Grins, würde es ja auch nicht anders machen. Es ist aber wichtig für ihn, dass er selbständig isst und nicht wie ein kleines Kind gefüttert wird. Es ist wichtig, dass er nicht einfach fordert sondern einfach fragt. Ich bin mir aber sicher, dass das schon gut kommt.

Was mir ein wenig Angst macht, ist die Situation mit Corina. Sie muss unbedingt essen und schlafen! Es tut mir weh, sehen zu müssen, dass sie dauernd weinen muss und sich selbst so quält. Aus diesem Grunde haben wir jetzt einen Plan aufgestellt, wer wann beim Kleinen sein wird. Durch die grosse Hilfe Corinas Familie, konnten wir Corina schon mal ein klein wenig entlasten. Wir möchten einfach sicher stellen, dass IMMER jemand für Joel da ist. Durch die Nacht wird es immer Corina oder ich sein, die bei unserem Herzbuben sind. Wochenende sind auch kein Problem…. Was ein Problem darstellt, sind die Wochentage. Vor allem diese und nächste Woche. Danach hat Corina eine Woche Ferien.